Sommerurlaub im Kleinwalsertal – Teil 1

Für unseren dreiwöchigen Sommerurlaub 2025 haben wir uns für das Kleinwalsertal entschieden. Was wir hier erlebt haben, erfahrt ihr in diesem Urlaubsbericht.

Samstag, 12.07.2025

Unsere Anreise

Es war noch dunkel, als um Punkt 2:00 Uhr der Wecker klingelte. Alles war vorbereitet: Kisten gepackt, der Wohnwagen beladen, und die Aufregung lag in der Luft. Jetzt konnte es losgehen! Kinder wecken, letzte Sachen verstauen, Kaffee in den Becher – dann ab zu Petzi. Der stand wie so oft fertig angehängt bei Klingen Senior vor der Tür, bereit zur Abfahrt.

Routiniert und ohne Hektik waren wir startklar. Ein letzter Blick auf die Uhr: 3:00 Uhr – perfekt im Zeitplan. Auf der Autobahn war um diese Uhrzeit noch kaum etwas los. Wir rollten entspannt gen Süden. Gegen 8:00 Uhr lag das Mittelgebirge bereits hinter uns. Nach einer kurzen Pause – Beine vertreten, frische Luft schnappen – ging es weiter.

Die Fahrt blieb ruhig. Abgesehen von ein paar kurzen stockenden Abschnitten lief alles glatt. Um kurz nach 10:30 Uhr passierten wir das bekannte Schild auf der A7: „Allgäuer Tor“. Das Ziel kam näher. Wir legten nochmal einen Stopp ein und riefen beim Campingplatz an, ob ein früherer Check-in möglich wäre. Am anderen Ende wurden wir freundlich begrüßt – kein Problem, wir durften schon um 11:30 Uhr anreisen.

Also weiter. Die letzte Stunde führte uns an vertrauten Orten vorbei: Kempten, Immenstadt, Balderschwang, Oberstdorf. Schließlich ging es vorbei am Allgäu-Coaster – eine Sommerrodelbahn bei Oberstdorf – und der Breitachklamm, dann über die Grenze nach Österreich – „Herzlich willkommen im Kleinwalsertal“ stand da, und plötzlich war der Urlaub ganz real. Nun hieß es: fast bis ans Ende des Tals, kurz vor Baad – dort liegt unser Ziel, der Campingplatz Vorderboden.

An der modernen Rezeption wurden wir herzlich empfangen. Dank Vorab-Check-in war die Anmeldung schnell erledigt. Eine junge Frau begleitete uns zur Parzelle und erklärte freundlich, wie wir am besten stehen, wo Strom, Wasser und Abwasser sind und wie die Sonne über den Platz wandert. Auch der direkte Zugang zum Wanderweg wurde uns gezeigt – sehr praktisch!

Dann ging’s ans Aufbauen. Lotti und Philipp kümmerten sich ums Vorzelt, Max und ich nahmen uns den Innenbereich des Wohnwagens vor. Gegen 13:30 Uhr war alles fertig – Zeit für ein erstes „Wir sind angekommen!“ in die Familiengruppe.

Als um 14:00 Uhr die Mittagspause des Platzes endete und die Schranke wieder aufging, fuhren wir los für den ersten Einkauf bei Spar und MPreis. Gegen 15:00 Uhr begann der entspannte Teil des Tages: Kaffee, Kuchen, durchatmen. Wir genossen unser Werk – alles aufgebaut, alle gut angekommen. Doch so ganz konnten wir die Finger nicht stillhalten: Die erste Tour wurde gleich geplant.

Am Abend wurde gegrillt. Max war unser Grillmeister – man merkt, er lernt nur von den Besten. Nach dem Essen packten wir unser neu liebgewonnenes Spiel „Smart 10“ aus. Wer weiß, vielleicht wird das unsere neue Urlaubstradition?

Früher als sonst fielen wir ins Bett – die Kinder ins Zelt, wir Eltern in den Wohnwagen. Und obwohl uns der Regen in der Nacht kurz mal weckte, war das beruhigende Rauschen des Baches und die sonstige Stille ein wohltuender Begleiter in den Schlaf.

Sonntag, 13.07.2025

Unsere erste Wanderung & ein kleines Abenteuer

Um 9:00 Uhr versammelten wir uns am Frühstückstisch und genossen unser erstes gemeinsames Frühstück in diesem Urlaub. Der Blick auf die Berge, frische Luft und Kaffee – besser kann ein Tag kaum starten. Dank des hervorragend ausgebauten Wanderbus-Netzes und der Gästekarte, mit der wir kostenlos alle Busse und sogar Bergbahnen nutzen können, werden wir unser Auto in den nächsten Tagen wohl kaum brauchen. So auch heute: Kurz vor 10:00 Uhr machten wir uns zu Fuß auf zum Bus – er kam pünktlich, und wenige Minuten später waren wir schon unterwegs.

Erster Stopp: die Touristeninfo. Dort holten wir uns unseren wichtigsten Begleiter für die kommenden Tage – den Wanderpass. Und damit startete auch gleich unsere Stempeljagd. Mit der Heubergbahn ging es hinauf auf 1.380 Meter. Direkt an der Bergstation gab es den ersten Stempel und damit auch die ersten Punkte.

Danach wanderten wir rechts bergauf. Zunächst führte uns ein breiter Spazierweg in angenehmem Tempo die ersten Höhenmeter hinauf. Dann bogen wir vom touristischen Hauptweg ab und umrundeten die Anhöhe – weiterhin auf breitem Pfad, aber nun im Schutz unserer Regenschirme. Auf der Nordseite wurde der Weg schmaler, alpiner, wurzeliger – und das kühle Nass von oben machte alles ein bisschen anspruchsvoller. Doch überraschend trittsicher meisterten wir die Passagen. Vielleicht sind wir doch fitter, als wir dachten?

Nach einigen spannenden, aber machbaren Stellen erreichten wir die Untere Alpe. Hier begegnete uns eine Herde junger Kühe, die wir mit Respekt und einem erneuten Regenschirmeinsatz querten. Am Ende der Alpe, nach der Kuhsperre, ging es wieder in den Wald. Die Schirme konnten wir endlich verstauen – die Sonne kam durch.

Ein letztes Stück kraxelten wir bergauf, dann wurden wir belohnt: Walmendinger Alpe – ein offener Talkessel mit einer gemütlichen Hütte, die zur Einkehr einlud. Schnell wurden ein paar Regentropfen von den Holzbänken gewischt, und dann bestellten wir Johannisbeerschorle, Hollerschorle, Landjäger, Kaminwurzen und frisches Brot. Herrlich!

Gestärkt und mit der Hoffnung, dass der Regen endgültig vorbei war, machten wir uns an den weiteren Aufstieg. Erst ging es sanft bergan durch die Ebene, dann am Ende des Kessels wieder deutlich steiler hinauf. Viele Wanderer kamen uns entgegen – manche waren mit der Gondel hinaufgefahren und machten nun den Abstieg über die Nordseite. Einige fragten auch nach dem Panoramaweg.

Und dann, mitten im Anstieg, saß ein älterer Herr auf einem Stein – seine Frau ein paar Meter oberhalb. Sie sprach uns an: Ob wir ihrem Mann beim Abstieg zur Hütte helfen könnten? Wir waren erst unsicher, ob das eine gute Idee war. Doch kurz darauf kam eine Truppe aus zwei Pärchen hinzu, die ebenfalls meinten: Zurück wäre vermutlich sicherer. Also wurden erst einmal Schokoriegel und Wasser verteilt, Kräfte gesammelt. Ich schnappte mir die Kinder und ging mit einem der Helfer voraus. Die anderen, inklusive Philipp, bildeten die Nachhut. Langsam, mit vielen Pausen, schafften wir es gemeinsam nach oben.

Es war nervenaufreibend – aber wir haben’s geschafft. Die beiden, Josef und Dorothee, hatten sich wohl etwas verlaufen. Sie wollten ursprünglich den Panoramaweg laufen. (In diesem Jahr feierten sie Goldhochzeit und hatten die Reise von und mit ihren Kindern Geschenk bekommen.) Am Ende konnten wir sie sicher beim Panorama-Restaurant absetzen, wo sie sich von der Anstrengung erholten.

Wir selbst machten noch die letzten 50 Höhenmeter bis zum Gipfel. Dort trafen wir Sabine und die anderen drei wieder – sie kehrten in die Hütte ein, wir wanderten weiter Richtung Stutzalpe. Der Weg war anfangs steil, aber gut begehbar. Nach den ersten Höhenmetern wurde es angenehmer – ein schöner Panoramaweg schlängelte sich um den Berg.

An der Stutzalpe legten wir eine Pause ein. Die Getränke waren verdient – groß und kalt. Ein Blick auf die Uhr sagte uns: Viel Zeit blieb nicht mehr, um den Zafernalift zu erwischen. Also Stempel abholen und weiter! Die Bühlalpe ließen wir aus – nur ein Stempel, kein Einkehrschwung. Aber wir kommen wieder, dann holen wir uns dort ein Eis.

Zehn Minuten vor Betriebsschluss erreichten wir tatsächlich noch die Bergstation und holten den letzten Stempel an der Sonnaalp. Im Tal entdeckten wir gerade noch den Bus – aber er war ein paar Minuten voraus. Also hieß es: Laufen! Eine Haltestelle vorziehen, damit wir ihn noch bekommen. Mit 13 Kilometern in den Beinen war das nochmal ein Sprint – so schnell, dass wir dann sogar noch warten mussten.

Zurück am Campingplatz: Wanderschuhe aus, Badelatschen an – und direkt in die Breitach, um die Füße zu kühlen. Einfach herrlich nach so einem Tag.

Abends ging es ins platzeigene Restaurant. Liebevoll zubereitetes Essen, kalte Getränke – es war genau das Richtige. Satt und zufrieden machten wir es uns im Vorzelt gemütlich. Eine Runde Smart 10, ein paar Lacher – und dann fielen uns langsam die Augen zu. In der Nacht kam nochmal Regen, aber das Geräusch auf dem Wohnwagendach war nach diesem Tag fast beruhigend.

Montag, 14.07.2025

Ein Regentag mit Wanderlust und Schuhwechsel

Der Tag begann mit Regen – nicht stark, aber stetig. Wir entschieden uns, ganz entspannt zu frühstücken und es ruhig angehen zu lassen. Der Regen prasselte gemütlich aufs Vorzelt, drinnen war es warm und ruhig – irgendwie herrlich. Solche Pausen sind wie gemacht fürs Sortieren, Aufräumen, Herumwuseln. Jeder ging seinen kleinen Aufgaben nach, und so verging der Vormittag ruhig und zufrieden.

Gegen 14:00 Uhr hörte es endlich auf zu regnen. Philipp und ich entschlossen uns spontan, doch noch eine Runde zu drehen – das beste Mittel gegen Muskelkater. Nach kurzer Beratung war klar: Es geht entlang der Breitach, etwa 8 Kilometer bis nach Riezlern. Schnell waren die Wanderschuhe geschnürt, Rucksack gepackt – los ging’s. Die Kinder blieben in ihrem wohlverdienten Chill-Modus auf dem Platz zurück.

Direkt vom Campingplatz führte uns der angrenzende Wanderweg an die Breitach. Über kleine Brücken, vorbei an sattgrünen Wiesen und durch lichte Waldstücke folgten wir dem Bach. Das Rauschen wurde zunehmend lauter, je mehr Zuflüsse ihn speisten. Der Weg war angenehm: nur leichte An- und Abstiege, zwei, drei etwas knackigere Stellen – perfekt für den Nachmittag.

Unterwegs kamen wir an einem kleinen Laden namens „i Kuh“ vorbei – ein echtes Highlight für alle, die schöne Dinge lieben. Man hätte sich dort stundenlang umsehen können. Der Laden bietet regionale Deko, Geschenke und Handgemachtes aus der Umgebung.

Kurz vor Riezlern bogen wir noch auf den Burmi-Weg ab – ein kinderfreundlicher Erlebnisweg mit liebevoll gestalteten Spielstationen und Informationen über Natur und Tiere. Für uns ohne Kinder war es einfach ein ruhiger, schattiger Pfad direkt am Fluss entlang. Die letzten Meter bis Riezlern waren schnell geschafft.

Da wir ohnehin noch einkaufen wollten, machten wir noch einen Schlenker durch den Ort. Und dann geschah’s: Philipps Wanderschuhe – in diesem Jahr volljährig geworden – gaben langsam den Geist auf. Also kurzerhand in den nächsten Schuhladen – und siehe da: Gute Beratung, passende Schuhe gefunden, direkt eingelaufen. Neue Wegbegleiter für viele weitere Kilometer.

Mit vollen Tüten und frischen Sohlen ging’s zur Bushaltestelle, und der Bus brachte uns bequem zurück zum Campingplatz.

Die Kinder hatten uns noch nicht wirklich vermisst – umso besser, dass wir die fehlenden Zutaten fürs Abendessen dabeihatten. Der Grill wurde angeworfen, Salat geschnibbelt, der Tisch gedeckt. Wir sind eben ein eingespieltes Team.

Dienstag, 15.07.2025

Bärgunttal, Widderstein Alpe und ein Wiedersehen

In der Nacht und am Vormittag hielt sich der Regen wacker. Somit war schnell klar: Heute wird es keine große Wanderung – aber gewandert wird auf jeden Fall.

Nachdem wir gemütlich gefrühstückt hatten, ging es mit dem Bus bis nach Baad und von dort aus ins Bärgunttal. Dieser fünf Kilometer lange gelbe Weg sollte heute unser Ziel sein. Auf dem breiten Pfad entlang des bewaldeten Ufers ging es stetig und gemütlich bergauf. Immer wieder tauchte der Widderstein auf – wenn die Wolken sich so weit ausgeregnet hatten, dass sie über ihn hinwegziehen konnten.

Nach gut einer Dreiviertelstunde erreichten wir die Bärgunthütte. Die urige Almhütte liegt auf etwa 1.408 m Höhe. Hier holten wir uns einen Stempel für unseren Wanderpass – ein weiterer Punkt auf unserer Liste. Danach ging es wieder zurück Richtung Ausgangspunkt, aber nicht auf demselben Weg: Wir überquerten den Bärguntbach über eine Brücke und wanderten auf dem Panoramaweg zurück. Nach weiteren 45 Minuten erreichten wir die Widderstein Alpe, unser Ziel für die heutige Einkehr.

Ein Blick in die Karte, und die Entscheidung war schnell gefallen: Für die Kinder gab es Suppe, für Philipp und mich ein großes Jausenbrettl. Trotz des stetigen Fisselregens schmeckte das Essen an dem überdachten Tisch einfach hervorragend. Nach dieser leckeren und ausgiebigen Pause ging es noch etwa 20 Minuten zur Bushaltestelle.

Fazit: Das Bärgunttal ist definitiv eine Wanderung wert! Die fünf Kilometer sind ideal für einen halben Tag – wunderschön und familienfreundlich.

Aber zum Wohnwagen wollten wir noch nicht zurück. Die Kinder hatten mit dieser Wanderung bereits ihre Bronzenadel erwandert und wollten sich diese natürlich in der Touristeninfo abholen. Da wir ohnehin schon im Bus saßen, fuhren wir erstmal bis Riezlern durch – so konnten wir wenigstens schon mal die Kanzelwandbahn nehmen und uns oben umsehen.

In Riezlern angekommen, ging es mit der Kanzelwandbahn hinauf zur Bergstation. Die Seilbahn überwindet rund 870 Höhenmeter und verbindet seit 1955 das Kleinwalsertal mit dem Fellhorn-Kanzelwandgebiet. Nachdem wir aus der Gondel ausgestiegen waren und auf die Panoramaterrasse gingen, sah man: nur Weiß. Keine Berge, nur Wolken. Na gut, kennen wir ja schon. Wir gönnten uns ein Heißgetränk im Panoramarestaurant – ohne Panorama.

Während die anderen drei die Getränke holten, suchte ich einen Tisch – und wie schön: Ich traf Josef (der vom Stein). Auch seine Frau war gerade beim Essenholen. Der Tisch war groß genug, also setzten wir uns dazu. Bei einem netten Schnack genossen wir gemeinsam unsere Getränke.

Beim Blick aus dem Fenster bemerkten wir: Es riss auf! Die Wolken gaben den Blick auf die Berge frei. Nachdem wir unsere Tassen geleert und uns verabschiedet hatten, gingen wir nochmal auf die Terrasse – und siehe da: Der Blick war frei! Und wie das so ist – mit einem Blick war klar, welche Wanderung als nächstes anstehen würde (mehr dazu im nächsten Eintrag).

Mit dieser schönen Idee im Kopf und einem Ausblick auf die nächste Tour fuhren wir wieder ins Tal. Wir bummelten noch ein wenig durch die Geschäfte in Riezlern, dann ging es zur Haltestelle – und just in dem Moment begann es aus Eimern zu schütten.

Zum Glück ging es jetzt nur noch nach Hause. Der Bus ließ etwas auf sich warten, aber schließlich waren wir wieder fix am Wohnwagen. Nasse Sachen aus, gemütliche Sachen an. Wir planten noch die Tour für den nächsten Tag.

Fertig? Nicht ganz! Da es noch nicht allzu spät war, gab es noch einen kleinen Kinoabend mit „Catweazle“. Dann fielen alle zufrieden in die Betten – denn am nächsten Tag wird der Wecker früh klingeln: Um 9:00 Uhr wollen wir im Bus sitzen.

Mittwoch, 16.07.2025

Gratwanderung vom Fellhorn zum Söllereck

Heute ging der Wecker früh, und nachdem Philipp und ich sämtliche Wetter-Apps gecheckt hatten, war die Entscheidung getroffen: Wir machen die Tour. Von der Kanzelwandbahn übers Fellhorn (2.038 m), den Schlappoldkopf (1.968 m) und zwei weitere Gipfel, bis hin zum Söllereck (1.706 m). Diese stempelreiche Tour sollte heute unser Tageswerk sein.

Wir vier schafften es, um 8:30 Uhr mit allem fertig zu sein, auch wenn zwei von uns noch nicht ganz wach waren. Den Bus um 8:50 Uhr erwischten wir problemlos. Wir starteten unsere Tour um 9:30 Uhr. Zunächst ging es entlang von Burmis Wasserweg, der zunächst bergab führte. Dann begann ein Steig mit Treppen, der sich geschlängelt bergauf zog bis zur Fellhornbahn. Dort holten wir uns den ersten Stempel.

Dann ging es weiter zum Gipfelkreuz. Der Hinweis, dass man sich nun in alpinem Gelände befindet und trittsicher sein sollte, flößt mir immer wieder Respekt ein. Mit Wind von links ging es weiter bergauf. Dann war das Gipfelkreuz da. Immer ein toller Moment – zurückzuschauen, was hinter einem liegt, und der 360-Grad-Panoramablick ist einfach fantastisch.

Man konnte auch schon auf den beginnenden Gratweg schauen, der sich schmal und auf beiden Seiten abfallend über den Bergrücken zog – immer auf der deutsch-österreichischen Grenze. Nach einem Gipfelbärchen ging es los. Nach kurzer Zeit wurde auch ich sicherer. Meine drei Begleiter sind da mutiger. Aber der Weg und die Aussicht luden ein, sich zu entspannen und den Weg zu genießen. Und so gingen wir – jeder für sich, alle gemeinsam – weiter.

Bald erreichten wir den Schlappoldkopf – wieder ein toller Blick. Er gab auch den Blick auf das weitere Teilstück frei. Nach dem nächsten wohlverdienten Gipfelbärchen ging es nun tendenziell nur noch bergab.

Der Weg ab hier war ein „blauer“ Weg – die höchste Schwierigkeitsstufe in Vorarlberg. Nicht immer war klar erkennbar, was der Weg war, und manchmal war dieser sogar unterspült. Ein echtes Abenteuer!

Söllereck ist nicht nur ein Gipfel, sondern ein vielseitiges Ausflugsziel mit zahlreichen Wanderwegen, Kletterpark, Bergschule und dem beliebten „Allgäu Coaster“, einer ganzjährig betriebenen Rodelbahn.

Wir erreichten die Sölleralpe, holten uns schnell einen Stempel und ein Stück Bergkäse, dann ging es weiter. Nächstes Ziel: die Bergstation der Söllereckbahn. Dort ebenfalls Stempel abholen, dann auf den Panoramaweg Richtung Riezlern.

Wir kamen an der Schrattenwang Alpe vorbei, machten kurz Halt, querten erneut die Grenze – zurück nach Österreich – und waren wieder auf einem gelben Wanderweg.

Nach einigen Kurven erreichten wir die Mittelalpe – unsere verdiente Einkehr. Auf der Karte: Leberkäse, gegrillter Bergkäse, Käsespätzle. Alles per „freundlicher Selbstbedienung“ – schnell, lecker, unkompliziert.

Kurz darauf zog es zu. Es fing an zu tröpfeln, dann stärker. Beim Gasthof Bergblick sammelten wir noch den letzten Stempel ein. Die letzten 2 km ins Tal liefen wir im Regen – müde, nass, aber zufrieden.An der Haltestelle konnten wir uns unterstellen – der Bus war wie immer gut gefüllt, aber wir kamen mit. Zurück am Wohnwagen: warm duschen, gemütlich einkuscheln. Ein anstrengender, aber wunderschöner Tag ging zu Ende.

Donnerstag, 17.07.2025

Kugelbahn, Coaster & Einkauf bei Sonnenschein

Heute wollten wir es gemütlicher angehen lassen, nachdem wir gestern eine wirklich tolle, aber anstrengende Tour gemacht hatten. 
So standen wir gemütlich auf, und auch das Frühstück war ausgiebig. Nachdem wir alle fertig waren, machten wir uns gegen 11:30 Uhr auf Richtung Bus. 
Die Sonne lachte heute das erste Mal in diesem Urlaub so richtig vom Himmel.

Der Bus brachte uns bis zur Walserschanze, also bis an die Grenze. Die Walserschanze ist ein kleiner historischer Grenzpunkt zwischen Deutschland und Österreich – 
heute ein beliebter Ausgangsort für gemütlichere Touren ins Kleinwalsertal. Von hier aus ging es dann gemütlich auf einem ca. 2 km langen Wanderweg Richtung Söllereckbahn. 

Wir stiegen in die Bahn und fuhren bis zur Bergstation. Die moderne Söllereckbahn bringt einen komfortabel auf rund 1.350 m – von dort hat man tolle Blicke ins Tal 
und konnte heute sogar unsere gestrige Route auf den Höhenrücken gut erkennen. Während der Fahrt konnten wir die Strecke von gestern nochmal begutachten, 
denn man sah die Bergrücken, auf denen wir gewandert waren.

Oben angekommen, testete Max zunächst den Spielplatz. Aber wir waren aus einem bestimmten Grund hier: die große Kugelbahn, 
die den Abstieg mit drei Stationen versüßen soll. Nachdem wir eine Kugel im Automaten gezogen hatten – natürlich, wir sind ja Sammler 😉 – ging es an den Start. 
Jeder suchte sich eine Kugel aus, und wir starteten das Wettrennen. Die Bahn ist so gebaut, dass auf zwei gleichen Strecken die Kugeln um die Wette rollen. 
Erfahrungsgemäß sind diese Wege weder schwer zu gehen, noch hört man viel von der Natur, da hier viele Familien und Jugendgruppen unterwegs sind. 
Aber für ein Kugelabenteuer nimmt man das gerne in Kauf.

Nach 2 km und drei Stationen war der Kugelbahn-Weg zu Ende. Wir gingen weiter hinunter bis zur Zwischenstation. 
Hier erwartete die Kinder das nächste Highlight: der Alpencoaster. Der Alpine-Coaster am Söllereck ist ein echter Klassiker: 
Rund 850 Meter schlängelt sich die Strecke den Hang hinab – mit Kurven, Wellen und etwas Tempo. Schnell waren zwei Karten gekauft, und die Kinder stellten sich an. 
Nach kurzer Wartezeit ging es für beide den Berg hinab – mit ordentlich Schwung. 
Nach einiger Zeit kamen sie auf dem hochgezogenen Schlitten wieder am Startpunkt an. 
Und wie sollte es anders sein – es gab natürlich noch eine zweite Runde.

Nachdem auch diese vorbei war, ging es wieder zurück Richtung Walserschanze und mit dem Bus weiter nach Riezlern. 
Denn unser Kühlschrank war leer, und wir brauchten dringend etwas fürs Abendessen.
Also schlenderten wir durch den Supermarkt – und da wir im ersten nicht alles bekamen, auch noch durch einen zweiten. 
Als die Einkaufsliste abgehakt war, ging es im Spurt zum Bus, der gerade noch an der Haltestelle stand, zurück zum Campingplatz.

Nachdem alles verstaut war, ging erstmal jeder seiner Sache nach. Auch gab es – weil die Zeit dazu war – noch Kaffee und Kekse. 
Philipp und ich genossen die Sonne, und ich begann mein neues Buch.

Gegen 19:00 Uhr gab es dann Abendessen: Hähnchenkeulen mit Salat und Grillkäse. Mmmhh! 
Dann wurde auch schon der Abend eingeläutet. Nachdem der Abwasch erledigt war, ging es langsam Richtung Bett – 
denn so ein Tag ist auch, wenn auch anders, anstrengend.

Freitag, 18.07.2025

Ein Tag anders als geplant

Heute wollten wir mit den Kindern in die Breitachklamm – aber ihnen war mehr nach Chillen. Deshalb machten Philipp und ich uns zu zweit auf den Weg. Gegen 11:30 Uhr nahmen wir den Bus bis Riezlern und fuhren mit der Kanzelwandbahn hinauf zur Bergstation. Schon während der Fahrt nach oben überlegten wir, ob wir nicht auch noch die Walser Hammerspitze mitnehmen sollten – sie lag direkt vor uns.

Oben angekommen, genossen wir kurz die Aussicht auf der Panoramaterrasse, bevor wir losgingen. Zunächst führte uns der Weg ein Stück rechts hinunter zum Adlerhorst – dort holten wir den ersten Stempel und ein paar Punkte. Dann folgten wir dem weiß-roten Wanderweg entlang des Bergrückens Richtung Kuhgehrensattel. Der Weg verlief zunächst gemütlich, dann begann ein Anstieg, der uns direkt zum Sattel auf etwa 1.857 m brachte.

Von dort aus entschieden wir uns für die Walser Hammerspitze, die auf etwa 2.170 m liegt. Der Weg führte über einen kleinen Grat und dann steil bergauf – über große Felsen, Platten, stellenweise etwas Geröll. Genau so, wie man es auf einem roten Bergweg erwartet. Auf der einen Seite ging es weiter bergauf, auf der anderen fiel das Gelände steil ins Tal ab. Nach einer ganzen Weile erreichten wir den Grat, der die Kanzelwand mit der Hammerspitze verbindet. Von dort ging es noch ein Stück weiter bergauf, auch über Felsblöcke und eine Stelle mit leichtem Überhang. Alles frei begehbar, aber nichts gesichert. Schließlich standen wir auf dem Gipfel – was für ein Ausblick! Weit hinein ins Kleinwalsertal, Richtung Lechtaler Alpen und tief nach Süden.  

Nach einem Müsliriegel und dem obligatorischen Gipfelbärchen ging es denselben Weg wieder hinunter. Jetzt forderte vor allem das lose Geröll Konzentration – man musste aufpassen, nicht wegzurutschen. Einige Wanderer rutschten in eher unpassendem Schuhwerk an uns vorbei, wir ließen es ruhig angehen.

Wieder am Kuhgehrensattel angekommen, wanderten wir weiter hinüber zur Kuhgehrenspitze, die wir nach rund 15 Minuten erreichten. Der letzte Anstieg war nochmal steil, aber gut zu gehen, und oben gab es erneut einen tollen Blick auf die umliegenden Gipfel.

Von dort aus stiegen wir weiter ab, vorbei an der Kuhgehr-Alpe, wo wir zur Einkehr einkehrten – es gab Wurstsalat und Leberkäse im Glas, perfekt zur Stärkung. Danach ging es weiter in Serpentinen bergab, durch lichten Wald und über Alpenwiesen. In Wildental angekommen, machten wir noch einen kurzen Abstecher zur Oberen Wildentalalpe – Stempel eins. Danach weiter zur Unteren Wildentalalpe – Stempel zwei. Zwei klassische Alpen, herrlich gelegen, typisch fürs Kleinwalsertal.  

Schließlich überquerten wir die Breitach und liefen über den Fußgängerweg ins Zentrum von Mittelberg. Dort besorgten wir noch schnell etwas zu essen und ein Getränk für die Kinder – die hatten noch kein Mittag. Dann fuhren wir mit dem Bus zurück zum Campingplatz.

Wie so oft war aus einem kleinen Ausflug eine 11-km-Wanderung geworden – aber eine mit Aussicht, Höhenmetern und richtig schönen Momenten. Nach dem Abendessen saßen wir noch etwas zusammen, spielten eine Runde und dann ging es ins Bett. Denn morgen stand ein ganz besonderer Tag bevor: unser Klettersteigkurs!

Samstag, 19.07.2025

Klettersteig-Abenteuer mit Max Holzinger

Heute ging es zu einem besonderen Highlight – wir hatten bereits von zuhause einen Klettersteigkurs bei der Bergschule Kleinwalsertal gebucht. 
Um 10:00 Uhr war Treffen am Kletterpark Richtung Hoher Ifen. Also zeitig aufstehen: Um 7:00 Uhr klingelte der Wecker, 
um 8:30 Uhr waren wir mit dem Frühstück fertig, und um 9:00 Uhr saßen wir im Bus.

Wir fuhren bis Riezlern zur Kanzelwandbahn und stiegen in Linie 5 Richtung Ifen. Nach kurzer Zeit und einigen Kurven waren wir pünktlich da. 
Einer der beiden angekündigten Bergführer war schon vor Ort und erklärte uns, unser Guide Max und die restlichen drei Teilnehmer kämen etwas später. 
Kein Problem – wir haben ja Urlaub 😉.

20 Minuten später kam Max mit seinen drei Freunden, und wir bildeten unsere Gruppe. Zunächst wurden wir eingewiesen: Gurt anlegen, Materialcheck – und dann ging es los zum ersten Übungssteig. 
Max erklärte uns immer wieder, worauf wir in verschiedenen Situationen achten müssen. Der Seilweg war geschafft – einfach zwei Drahtseile zwischen zwei Felsen gespannt, darunter fünf Meter Nichts. Auf einer Plattform konnten wir kurz durchatmen. 
Dann hieß es: abseilen! „Einfach in den Gurt hängen, ich seile dich dann ab.“ – „Okay, bitte langsam…“ Haha, natürlich nicht, und schon raste mein Puls.

Nachdem alle abgeseilt waren und mein Puls sich beruhigt hatte, ging es weiter zum zweiten Übungssteig – mit kniffligen Stellen, aber auch das meisterten wir gut. 
Abseilen war wieder angesagt, diesmal erst von einer schrägen Plattform, dann senkrecht ein gutes Stück runter – jeder spürte das Adrenalin 😊.

Schwierigkeit A/B war nun klar. Nun wollten wir wissen, wie sich C anfühlt: direkt an der Wand, nur auf Eisen, dann noch mit kleinem Überhang. 
Kurz verließ mich der Mut. Doch Max war zur Stelle, sicherte mich am Haken zum Sammeln. Dann sammelte ich Mut und Kraft und meisterte die Passage, 
zum Schluss ging es über eine Leiter – glücklicherweise ohne Abseilen.

Wer wollte, konnte auch Schwierigkeit D probieren – Philipp und unser Maximilian schafften das mit Bravour. Danach war der Vormittag geschafft. 
Da wir mit dem Bus angekommen waren, nahm uns Max mit dem Auto mit und ließ uns später an der Kanzelwandbahn raus, damit er einen Parkplatz suchen konnte. 
Wir fuhren mit der Bahn noch etwas hoch und machten Pause. Kurz darauf kamen auch die anderen drei und schließlich auch Max. 
Gemeinsam gingen wir zum Walser-Klettersteig.

Auf den Topokarten war der gesamte Steig mit seinen Schwierigkeiten zu erkennen – zwei Stellen B/C standen uns bevor. 
Maximilian ging zuerst, als hätte er nie etwas anderes gemacht, dann Philipp, dann ich, schließlich Lotti, die souverän durch den Steig kam. 
Die drei Männer bildeten den Abschluss unserer Truppe. Unser Bergführer Max kraxelte abseits und schaute besonders bei mir immer wieder, ob alles gut läuft.

Was für ein tolles Gefühl! Seit zwei Jahren reden wir davon, endlich als Familie im Klettersteig zu sein – und wir haben es geschafft. 
Das Ankommen oben fühlte sich doppelt so schön an. Gemeinsam gratulierten wir uns und gingen die letzten Meter zum Gipfelkreuz – ein Gänsehautmoment.

Danach stiegen wir über den normalen Weg ab – diesmal mit leichten Füßen. 
An der Bergstation endete unser Tag mit Max. Wir sagten ihm danke für die tolle Einführung, den Mut machenden Zuspruch und wünschten ihm weiterhin viel Erfolg fürs Studium.

Dann kam der Hunger – also ab ins Panoramarestaurant. Die Käslokale waren gut besucht: Kaiserschmarren, Schnitzel und sogar eine Leberknödelsuppe fanden ihren Weg auf den Tisch. Lecker!

Mit der Bahn ging es wieder runter. Langsam zogen graue Wolken auf, und der Wind frischte merklich auf – die Gondel schaukelte ordentlich. 
Doch unten standen wir wieder auf festem Boden. Glücklicherweise kam der Bus fast sofort, und wir konnten direkt zurück zum Campingplatz fahren.

Am Platz angekommen hieß es: Schuhe aus, durchatmen. Kaum waren wir angekommen, fing es an zu tröpfeln – Regen kündigte sich an. 
Wir nutzten die Zeit, um mit unseren Workoutkarten etwas gegen den Muskelkater zu tun.

Wir beendeten den Tag mit einem Kinoabend – ein würdiger Abschluss eines ereignisreichen Tages. 
Morgen lassen wir es etwas ruhiger angehen.