Manchmal liegen kleine Abenteuer näher, als man denkt. Unser zweiter Klettersteig überhaupt befindet sich nur eine kurze Fahrt von unserem Zuhause in Nordrhein-Westfalen entfernt: der Via Ferrata Monte Thysso im Landschaftspark Duisburg-Nord. Ein Klettersteig mitten im Ruhrgebiet – zwischen alten Industrieanlagen und Hochöfen. Allein diese Kulisse macht die Tour schon besonders.
Ein ruhiger Start in den Sonntag
An einem sonnigen Frühlingssonntag gegen 10:00 Uhr sind wir am Landschaftspark angekommen. Zu dieser Zeit war es noch angenehm ruhig. Nur wenige Kletterer waren bereits vor uns unterwegs, und wir konnten ganz entspannt unsere Ausrüstung anlegen und uns den Einstieg anschauen.
Der Zustieg zum Klettergarten ist kurz – nach wenigen Minuten steht man bereits vor den Mauern des ehemaligen Hüttenwerks, an denen der Klettersteig entlangführt.
Schon beim ersten Blick wird klar: Dieser Klettersteig ist anders als die klassischen Touren in den Bergen. Statt Fels klettert man hier an massiven Industriewänden – ein spannender Mix aus Industriekultur und Outdoor-Abenteuer.

Erste Runde: die Einsteigerroute
Zum Aufwärmen entschieden wir uns zunächst für die Einsteigerroute (Schwierigkeit B/C). Diese Runde eignet sich perfekt, um sich an den Klettersteig zu gewöhnen und die Anlage kennenzulernen.
Die Route führt über mehrere Mauern und ist abwechslungsreich angelegt. Zwischendurch eröffnen sich immer wieder spannende Perspektiven auf das Gelände des Landschaftsparks. Besonders interessant sind die Übergänge zwischen den einzelnen Sektoren, die teilweise über Brücken verbunden sind.
Nach der ersten Runde fühlten wir uns sicher und hatten richtig Lust auf mehr.
Begegnungen im Klettersteig
Mit der Zeit wurde es im Landschaftspark etwas voller. Spaziergänger, Radfahrer und natürlich auch Zuschauer blieben immer wieder stehen und beobachteten die Kletterer an der Wand.
Besonders nett war die Begegnung mit einer sehr erfahrenen Kletterin im Rentenalter, mit der wir uns kurz austauschen konnten. Ihre Begeisterung fürs Klettern war richtig ansteckend – und es ist immer wieder beeindruckend, wie lange man diesem Sport treu bleiben kann.
Solche Begegnungen machen einen Ausflug oft noch ein Stück schöner.
Zweite Runde: jetzt wird es schwieriger
Nach einer kurzen Pause entschieden wir uns für eine zweite Runde – diesmal mit den anspruchsvolleren Varianten.
Jetzt wollten wir wissen, wie sich die D-Passagen anfühlen. Diese sind deutlich kraftintensiver und verlangen mehr Technik. Einige Stellen sind steiler und fordern die Arme deutlich stärker als die Einsteigerpassagen.
Der Unterschied war sofort spürbar, aber genau das hat den Reiz ausgemacht. Mit jedem Abschnitt wuchs das Vertrauen in die eigenen Bewegungen, und die schwierigeren Varianten machten richtig Spaß.
Ein gelungener Ausflug vor der Haustür
Nach insgesamt zwei Runden am Klettersteig waren unsere Arme ordentlich müde – aber genau so soll es sein.
Der Via Ferrata Monte Thysso hat uns wirklich überrascht. Ein Klettersteig mitten im Ruhrgebiet klingt zunächst ungewöhnlich, bietet aber eine tolle Möglichkeit, Klettersteig-Erfahrung zu sammeln, ohne weit fahren zu müssen.
Der Landschaftspark selbst hat ebenfalls viel zu bieten, sodass sich ein Besuch auch unabhängig vom Klettersteig lohnt.
Unser Fazit
Der Monte Thysso ist ein perfektes Ziel für einen spontanen Outdoor-Ausflug in Nordrhein-Westfalen:
- ideal für Einsteiger
- spannende Varianten für Fortgeschrittene
- außergewöhnliche Industriekulisse
- kurzer Zustieg und gute Absicherung
Für uns war es ein rundum gelungener Sonntagvormittag – und sicher nicht unser letzter Besuch an diesem besonderen Klettersteig.


